Heise Top News(Bild: Natashilo/Shutterstock.com) Es gab Zeiten, da hat er nägelkauend bei Smartphone-Präsentationen mitgefiebert. Doch inzwischen sind Handys langweilig geworden, findet Jan-Keno Janssen nach einem Blick aufs brandneue Samsung Galaxy S9. Ich gestehe: Es gab Phasen, in denen ich mir jedes Jahr ein neues Smartphone gekauft habe – trotz ökologischer und ökonomischer Gewissensbisse. Ich konnte nicht anders: Anfang der 2010er Jahre kamen einfach bei jeder Modellgeneration neue Features, die meinen Nerd-Knopf gedrückt haben. Zum Beispiel der riesige Display-Auflösungssprung beim Übergang vom Samsung Galaxy S II aufs S III (damals schrieb man das noch mit römischen Zahlen), Google Nexus S aufs Galaxy Nexus oder iPhone 3GS aufs iPhone 4. Der Unterschied war gewaltig – das sah ja auf einmal aus wie gedruckt! Ein Kommentar von Jan-Keno Janssen Jan-Keno Janssen schreibt seit 2007 über Technik bei c't und heise online, seit 2016 als leitender Redakteur im Ressort Internet & Mobiles. Zuvor arbeitete er nach einem Studium der Medienwissenschaften und der Amerikanistik bei Tageszeitungen. Er schraubt schon seit frühester Kindheit an Computern herum. Bei heise online und c't beschäftigt er sich vor allem mit Virtual Reality, Datenbrillen und Gadgets. Nicht so spektakulär, aber definitiv praktisch: Als es mit den Fingerabdruck-Sensoren losging (2013 beim iPhone 5S, 2014 beim Galaxy S5). Am allerwichtigsten waren aber die riesigen Geschwindigkeitssprünge: Den Generationswechsel hat man früher™ schon nach wenigen Sekunden Herumspielen gespürt – und zwar deutlich. Den Unterschied kann man nur noch messenHeute habe ich ein wenig auf einem Samsung Galaxy S9 herumgetippt. Und ich habe absolut keinen Unterschied zum S8 gemerkt. Sind halt beide schnell, ebenso wie das S7. Und das S6. Klar, seit dem S8 gibts dünnere Ränder; was nett aussieht. Aber so richtig heiß macht mich das alles nicht mehr. Die Unterschiede zwischen S8 und S9 sind marginal. Ebenso wie beim iPhone 7 und 8. Oder beim Pixel 1 und 2. Ich muss es so deutlich sagen: Smartphones sind langweilig geworden. Natürlich sieht man bei den Benchmarks nach wie vor große Unterschiede. Aber man spürt sie nicht – wenn man nicht gerade aufwendige 3D-Spiele spielt. Echte Innovationen erwarte ich schon gar nicht mehr. Zwar weint mein Nerd-Herz, aber als Pragmatiker versuche ich, das Ganze positiv zu sehen: Das Smartphone ist vielleicht einfach ausentwickelt. Und wenn die Leute nicht mehr so oft neue Handys kaufen, ist das zumindest gut für die Umwelt. In ein paar Jahren kommen ja vielleicht die Daten-Kontaktlinsen, dann wird’s wieder spannend. (jkj)

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